Fütterungsvorschläge für Kaninchen

Voraussetzung für ein gesundes Kaninchen ist die ausgewogene Fütterung. Dabei sollte man beachten, dass Kaninchen ständig etwas zu fressen brauchen und sei es für zwischendurch auch nur Heu, weil sie einen Stopfmagen haben, das bedeutet, die Verdauung funktioniert nur, wenn der Nachschub das Verdaute im Darm weiter schieben kann. Heu zur ständigen Verfügung (am besten grobes) ist auch insofern wichtig, als es die Zähne gleichmäßig abnutzt, die stetig nachwachsen und zur Verdauungsregulierung. Heu sollte in einer Heuraufe gegeben werden, da Kaninchen es sonst auch gerne zur Polsterung nehmen.Außerdem kann warmes oder mit Urin verschmutztes Heu wiederum zu Darmproblemen führen. Man sollte darauf achten, dass das Heu nicht staubig ist und muffig riecht. Es muss noch nach Wiese duften, dann ist die Qualität gut.

 

Wenn ein Kaninchen auf neue Nahrung umgestellt werden soll, muss die Anfütterung in sehr kleinen Mengen erfolgen, die zur gewohnten Nahrung gereicht werden sollten und kann dann täglich gesteigert werden. Nach einer Woche spätestens, kann das Tier davon fressen soviel es will. Sehr gut ist eine größere Auswahl an Futter, besonders von reichlich Grünfutter/Gemüse. Das Tier hat die Möglichkeit der Wahl und kann sich selbst heraussuchen,  was und wie viel es braucht.

 

Wasser muss ständig vorhanden sein oder auch verdünnte Kräutertees wie Pfefferminztee, Melissentee, Fencheltee, Erkältungstee im Winter und Thymiantee. Die Zugabe von einem Schuss Apfelessig zum Wasser wirkt sich positiv auf die Darmflora der Tiere aus und ist zu empfehlen. Am liebsten trinken Kaninchen aus Näpfen. Näpfe sind auch besser als Nippeltränken zu reinigen (keine Algenbildung), außerdem kann im Winter das gefrorene Wasser geleckt werden.

 

 

Fütterungsvorschlag am Morgen 

 

Pellets (reine Pellets, keine bunten Mischungen, da die anderen Zutaten oft eher nur Leckerlis sind und nicht unbedingt gesund. Sinnvoller ist es, die Pellets selbst mit ausgesuchten weiteren Zutaten zu mischen wie z.B. Sonnenblumenkernen, getrockneten Kräutern, Haferflocken oder auch Strukturmüslis.) Auf jeden Fall sollte man sich immer genau die Zutatenliste durchlesen. Pellets sind längst nicht immer gleich Pellets. Da gibt es ziemliche Unterschiede in der Zusammensetzung. Für kleinere Rassen kann man gerne auf getreidefreie Mischungen ausweichen.

 

Sehr empfehlen kann ich das Nagerstrukturmüsli von Nösenberger, auch als Alleinfutter für kleinere Rassen oder  Chudleys Rabbit Royale von Dodson & Horrell, einer englischen Firma. Beide Sorte sind in der Mühle oder im Landhandel oder über Vertreter im Umkreis von Hamburg erhältlich.  Die besten Pelletsmischungen stellt meiner Meinung nach die Firma Union Futtermittel her. Für Kaninchenfütterung empfehle ich die Sorten Apfeltrester und Ultra Vita. Leider ist dieses Futter im Bereich Hamburg nur per online-Bestellung bei Union erhältlich. Die Pelletsmischungen Solikanin Plus oder Kräuter von Mifuma, gibt es in Hamburg-Rahlstedt, sind aber ebenfalls empfehlenswert. Wer Erfahrung hat und auf Industriefutter verzichten möchte, kann auch eigene Futtermischungen herstellen. Anleitungen dazu gibt es in der entsprechenden Literatur. 

 

 

Fütterungsvorschlag am Abend 

 

Wiese (Löwenzahn - bei dem ersten Frühlingslöwenzahn nicht zu viel auf einmal, da sehr eiweißhaltig -, Spitzwegerich, Breitwegerich, Platterbse, Wiesenkerbel, Schafgarbe, Kamille, Weißklee, Beifuß, etc.) wenn möglich, inklusive hoher, fester Gräser, gerne auch mit Blütenstand.

Rotklee meiden oder sehr langsam anfüttern und nicht zu viel, da er zu Blähbauch führen kann, Sauerampfer nur sehr wenig, da er sehr viel Oxalsäure enthält, die Nierenprobleme /Harngries verursachen/begünstigen kann.

Äste und Blätter von verschiedenen Bäumen (Weide, Eiche, Birke, Haselnuss, Apfel, Quitte, Birne) werden gerne genommen und können Krankheiten vorbeugen oder auch lindern helfen.

 

Bitte darauf achten, dass sich im fortgeschrittenen Sommer kein Mehltau oder anderer Pilzbefall auf dem zu verfütternden Kraut von der Wiese oder aus dem Garten befindet. Das ist giftig also schädlich für die Kaninchen.

 

 

Breitwegerich                                           Löwenzahn

  

 

 

 

 Wiese                                                                        Platterbse 

                                

 

 

 

   

Schafgarbe                                               Kamille

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weißklee                                                                    Spitzwegerich

 

 

 

Giersch (Dreiblatt)                                       Wiesenkerbel

 

                                          

                                           Weidenäste                         

                                                                                                                                                         

                                                            

Eichenlaub                                                                  Haselnussäste

 

 

 

        

            Ein Sack voll Abendmahlzeit für meine Kaninchen

 

 

 

Wenn keine Wiesenfütterung (mehr) möglich, auf Gemüse ausweichen, welches natürlich auch bei Wiesenfütterung zusätzlich gegeben werden kann: 

 

Karotten plus Kraut, Fenchel, Chinakohl, Knollensellerie, Staudensellerie plus Kraut, Kohlrabiblätter (Kohlrabi selbst wenig füttern, bläht), Brokkoli, Chicoree, gekochte Kartoffeln, Kartoffelschale (ohne Keime), Steckrübe, Gurke, Grünkohl, Tomaten, Futterrüben, sämtliche Kräuter frisch und getrocknet wie z.B. Dill, Thymian, Rosmarin, Melisse, Pfefferminze, Basilikum, Petersilie, Beifuß, Liebstöckl, Wermut und weitere. 

Salat vorsichtig geben, eher nur wasserhaltig, kann schneller einmal zu Durchfall führen.

 

Natürlich mögen Kaninchen auch sehr gerne Äpfel und können diese und auch anderes Obst gerne fressen. Man sollte nur darauf achten, dass sie nicht zuviel davon fressen, wegen des Gehaltes an Fruchtzucker. Zuviel Süße über einen längeren Zeitraum kann zu vermehrter Hefepilzbildung im Magen-Darmtrakt und damit einhergehenden Verdauungsstörungen führen. 

 

 

Aus dem Garten kann man z.B. den Rasen verfüttern (aber nie gemähten, da er durch Wärmeentwicklung zu Verdauungsstörungen - Blähbauch führen kann), nur per Hand gerupft oder geschnitten, sämtliche darauf wachsende Wildkräuter - siehe Wiese -, Gänseblümchen, Sonnenblumen mit Blatt und Stiel, verblühte Stockrosen, Bambus, Haselnussäste und Blätter, Apfelbaum, Weide (wirkt antibiotisch =krankheitsvorbeugend), Dahlienlaub, Gartenschafgarbenlaub und Stiele (sehr gut für den Darm und bei kleinen Verstimmungen), Johannisbeerstrauchäste und Blätter, Himbeerstrauch- ruten und -Früchte,  Erdbeerblätter, auch die Erdbeeren werden nicht verschmäht.

 

 

Wenn im Garten genügend Platz vorhanden ist, lohnt es sich Topinambur anzupflanzen.

Die Pflanze hat sehr hübsche gelbe Blüten, die einer Staudensonnenblume ähnlich sind. Sie kann ganz verfüttert werden inklusive der Knollen. Die Knollen teilen sich, so dass immer welche in der Erde verbleiben und die Pflanzen jedes Jahr neu wachsen. Man kann Topinambur auch während des Wachsstums schneiden und verfüttern, die Pflanze treibt weiter und neu aus.  

 

 

Sylphiden sind sehr dankbare und dazu noch hübsch anzuschauende Futterspender. Die Pflanzen werden über 2 m hoch und haben kleine gelbe Blüten. Die Blätter kann man zwischendurch und im Herbst sehr gut verfütttern. Sie haben, genau wie Topinambur, den Vorteil, dass Regenwasser ganz schnell daran abperlt.

 

 

 

 

 

Auch Markstammkohl und Futterkohl

                             

sind sehr gute Futterpflanzen, eignet sich für den Selbstanbau und die Winterfütterung. Gibt es als Saat zu kaufen; die Pflanze wird leicht einen Meter hoch und ist frostfest. Die Blätter können nach und nach verfüttert werden, ebenso die Stiele.

 

 

 

 

Je mehr Grünzeug das Kaninchen bekommt, desto wohler fühlt es sich, hat ein schönes Fell und ist widerstandsfähig gegen Krankheiten.

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© Angela Khorrami